Der Landkreis Belgard-Schivelbein in Pommern                 

                                

 

Die Stelle des Gedenkens auf dem Friedhof in Nelep / Nielep

Der deutsche Friedhof von Nelep liegt an der Straße von Nelep nach Arnhausen etwa 1 km hinter dem Dorfausgang auf der rechten Straßenseite. Links neben den deutschen Gräbern befindet sich der heutige Friedhof von Nielep.

Im Januar 2004 begannen die Planungen für eine Stelle des Gedenkens auf dem Friedhof. Die Arbeiten wurden im Mai 2004 vom Verein "Stowarzyszenie Przyrodniczo-Kulturalne NIEBORZ" und Männern aus dem Dorf aufgenommen. Geleitet wurden die Arbeiten von Marta Rakowska und Tomasz Bachorz, zwei Stettiner Künstlern, die seit einiger Zeit dort leben. Finanziell wurden die Arbeiten von der polnischen Landgesellschaft unterstützt. Mitglieder der Mailingliste „Kreis Belgard" gaben Spenden.

Der deutsche Friedhof war völlig zugewachsen. Grabsteine oder ähnliches waren nicht zu sehen. Nach den Rodungsarbeiten kamen erste Grabsteine, eiserne Grabkreuze, Grabumrandungen und weiteres zum Vorschein. Alles wurde sorgfältig katalogisiert und fotographiert. Die Stelle, an der die Stelle des Gedenkens entstehen sollte, wurde festgelegt und gereinigt, die Grabsteine wurden gesäubert und geputzt, die eisernen Grabkreuze entrostet und neu gestrichen. Durch die schlechte Witterung war man immer wieder gezwungen, die Arbeiten zu unterbrechen. Erst am Abend vor der offiziellen Einweihung waren die wichtigsten Arbeiten erledigt. So fehlt noch die Begrünung der Anlage, sowie der Schaukasten, der Informationen über den Friedhof geben soll.

                                                                                 

                                                                                       Weitere Fotos von den Arbeiten

Die Stelle des Gedenkens befindet sich in der Mitte zwischen dem alten deutschen und dem heutigen Friedhof an einer erhöhten Stelle direkt gegenüber dem Eingang zum Friedhof und bedeckt eine Fläche von etwa 10m x 10m. Sehr bewußt hat man sich gegen das Anbringen von Tafeln entschieden, sondern möchte die Symbolik sprechen lassen. Im mehreren Kreisen sind die alten Grabsteine und –kreuze angeordnet. Im Hintergrund stehen zwei Mauern jeweils etwa 1,50m hoch und 1,20m breit. Dazwischen steht eine alte gebrochene Grabstele. Die beiden Mauern wurden aus den alten steinernen Grabumrandungen errichtet. Sie sollen symbolisieren, daß auf dem Friedhof sowohl Deutsche als auch Polen, sowohl Evangelische als auch Katholischen begraben sind. Die Stele soll symbolisieren, daß im Tod alle gleich sind.

                                                                                           Die Stelle des Gedenkens                               

                                                                                  

Die offizielle Einweihung fand am Sonntag, dem 19. September 2004 um 16 Uhr in Anwesenheit von zwei Vertretern der katholischen Kirche, dem Landrat des Kreises Schivelbein, seiner Stellvertreterin, Mitgliedern der deutschen Minderheit aus Schivelbein und den Bewohnern von Nielep statt. Der für diese Gegend zuständige evangelische Pastor war zwar eingeladen aber nicht erschienen.

Das von der Bevölkerung von Nielep dieser Ort mitgetragen wird, wurde am deutlichsten dadurch, daß sie bei ihrem Eintreffen Kerzen vor den deutschen Grabsteinen entzündeten und Blumen aufstellten. Das geschah so selbstverständlich, daß es mich sehr berührte.

In seiner Rede betonte der Landrat die Verpflichtung zur Beschäftigung mit der Geschichte. Der Pfarrer von Nielep erinnerte in seiner Predigt an die dunklen Tage als Armeeeinheiten auf die Friedhöfe geschickt wurden mit dem Auftrag, alles Deutsche zu zerstören, als Pfarrer mit den Kindern auf die Friedhöfe gingen, um zu zerstören. Er mahnte, daß diese dunklen Tage nie zurückkehren dürfen. Dann weihte er die Anlage. Nach einigen Worten von mir, ergriff Tomasz Bachorz das Wort und berichtete noch mal von den Arbeiten und dankte allen, die das Errichten dieser Stelle des Gedenkens in irgendeiner Form unterstützt haben. Damit war die Einweihung beendet.

                                                                                                           Die Einweihung

                                                                                   

Das anschließende Beisammensein dauerte bis in den späten Abend. Als ich gegen 22 Uhr Nelep verließ, kam ich noch einmal am Friedhof vorbei. Noch immer brannten, in der Dunkelheit weithin sichtbar, die Kerzen an den deutschen Grabsteinen.

                                                                    Artikel in der Zeitung "Glos Pomorza" vom 21. September 2004

 

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Dieter Schimmelpfennig