Der Landkreis Belgard-Schivelbein in Pommern    

                                

Dohnafelde / Donatowo

mit Klanzig am See und Wartensgrenz, an den Kreis Dramburg angrenzend. Zur Gemeinde gehörte der größere Teil des 99 Hektar großen Klanziger Sees einschließlich seiner großen Halbinsel.

Bahnstation: Gersdorf

Poststation: Wusterwitz

Meßtischblatt: Wusterwitz 2361

Dohnafelde liegt sechzehn Kilometer südöstlich von Schivelbein an der Ostseite des Klanziger Sees. Die Gemeinde springt als Zipfel in den Kreis Dramburg. Die Siedlung wurde erst 1830 angelegt, die Kirche vermutlich etwas später erbaut.

Gruss aus Dohnafelde

1884 gab es in Dohnafelde 51 Kolonisten mit 25 spannfähigen Nahrungen (eine spannfähige Nahrung = zwei Pferde). Klanzig am See mit dem Klanziger See (Wasserfläche 101 Hektar) gehörte dem Rittergutsbesitzer Moritz von Oppenfeld in Reinfeld/Kreis Beigard. Ein Fischermeister (1928 H. Schulze) hatte den See gepachtet und übte hier die Fischerei aus. Er besaß nur ein Pferd. Auch schon 1884 lebte hier ein Fischereipächter. Im Bestandsverzeichnis der Johanniter – Ordens - Komturei in Schivelbein gehörten bei ihrer Auflösung im Jahre 1808 der Katen am Klanziger See und der Katen Wartensgrenz sowie das Nutzungsrecht am Klanziger See zur Komturei. Dohnafelde gehörte zur Kirchengemeinde Reinfeld.

Einwohnerzahlen:

1834: 300 Einwohner mit 45 Feuerstellen,

1861: 343 Einwohner mit 49 Feuerstellen,

1939: 243 Einwohner.

          Plan des Dorfs                

An Handwerksbetrieben waren die Schmiede von Paul Wenzel, die Stellmacherei von Max Bothner und das Bauunternehmen mit Zimmereibetrieb von Walter Ross ansässig. Willi Raddatz betrieb einen Kolonialwarenladen einschließlich Wandergewerbe, der Gasthof mit Saalbetrieb wurde von Ernst Münchow bewirtschaftet.

                                                       Dohnafelde    1980                            

Das Bürgermeisteramt hatte von 1927 bis zur Vertreibung Hermann Uecker inne, während Reinhard Ziebell das Amt des Ortsbauernführers verwaltete. Pastor Gehrmann aus Reinfeld war für die Seelsorge zuständig. Die Dorfschule wurde bis 1940 von Lehrer Reinhold Last und danach bis zu seiner Einberufung zum Kriegsdienst von Lehrer Busse betreut. Den Lehrern oblag neben dem Bürgermeister auch die Wahrnehmung sozialer Belange. Das rührige Vereinsleben wurde vom Gesangverein mit Mandolinengruppe (etwa dreißig Mitglieder) unter dem Vorsitz von Reinhold Last, dem Kyffhäuserbund mit etwa dreißig Mitgliedern (Vorsitzender Max Timm) und der Freiwilligen Feuerwehr mit zuletzt 54 Mitgliedern wahrgenommen und bereicherte die Gemeinde mit vielen Veranstaltungen.

            Die Kirche 1935            

Die mittelwertigen Feld- und Wiesenflächen waren teilweise sehr hügelig und somit schwer zu bearbeiten. Täler mit Wiesen, Bachläufen, Moor- und Wasserflächen prägten das Landschaftsbild. Neben Gemüse wurden überwiegend Getreide und Hackfrüchte angebaut, eine weitere Erwerbsquelle war die Fischerei im Klanzigsee. Das Dohnafelder Moor lieferte Torf für den Eigenbedarf und bot vielen Kleintieren einen geeigneten Lebensraum. Der Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse in die umliegenden Städte wurde durch weite Entfernungen beträchtlich erschwert.

Einwohnerverzeichnis und Lageplan 

Die offene Ortslage mit ihren vielen Obstbaumanlagen war insbesondere in der Zeit der Baumblüte eine Augenweide.

Die Kirche 1976

Die seit 1830 in der Reihenfolge ihrer geschichtlichen Entwicklung überlieferten Flurnamen: Dohnafelde: Schloßberg, Ziegenstraße, Seestraße, Kirchstraße, Mitte und Fichtberg.

Klanzig: Forsthaus Gramzow (»Stinkeborn«), Fehnen-Mösse, Fehnen-See, Schloßberg, Priebenkreuz, Wartensberg, Taubenberg, Pläggenbruch, Wolfsberg, Ziegenberg, Zune-Bach, Reinfelder Kreuz (Wegweiser), Schloßsee, Kappnuß-Berg, Storchwerder, Pferdewerder, Brunft-Jagen (Jagen 161), Spiller-Berg, Teufelsberg, Teufelsbruch, Bornwiese, Klein und Groß Haferbruch, Der halbe Mond (Wiese) und Tantes Wiesen.

Von den Kriegseinwirkungen blieb der Ort bis zum Einmarsch der Russen Anfang März 1945 verschont. Bis zur Vertreibung im November 1945 wurden zehn deutsche Männer von den russischen Soldaten verschleppt.

Heute ist der Ort nicht mehr wiederzuerkennen. Von den einstmals 54 Gehöften standen 1976 nur noch achtzehn zum Teil, 36 Hofstellen wurden dem Erdboden gleichgemacht. Inzwischen sind weitere Gebäude verschwunden.

Quelle:

Der Kreis Belgard

Beerdigungen November 1925 - Mai 1926

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Dieter Schimmelpfennig