Der Landkreis Belgard-Schivelbein in Pommern    

                                

Karsbaum / Karsibor

mit den Forsthäusern Gramzow, Klanzig und Wartensberg liegt fünfzehn Kilometer südöstlich von Schivelbein. Es ist keine geschlossene Ortschaft, sondern ein Bauerndorf mit verstreut gelegenen Höfen. Die Gemeinde hat an ihrer Südwestseite Verbindung mit dem Prittener See und wird im Osten vom Flusslauf der Rega begrenzt.

Bahnstation: Schivelbein und Gersdorf

Poststation: Labenz über Schivelbein

Meßtischblatt: Wusterwitz 2361

Aus der Geschichte:

Als Markgraf Albrecht mit seinen Vettern Otto und Konrad das Land Schivelbein 1292 dem Nikolaus von Werle verpfändet, wird bereits das dazugehörende Schloß Corsenburg (Karsbaum) erwähnt. Aus einer Urkunde von 1321, die die Herzöge von Pommern Otto, Wartislaus und Barnim über die Grenzen von Massow und Stargard ausstellen, ergibt sich, daß das Land Schivelbein im Süden und unter anderem durch die Feldmark von Klanzig begrenzt war. 1364 erhält Otto der Römer durch Teilung der märkischen Lande mit Markgraf Ludwig die Neumark mit Schivelbein und den Schlössern Clantzck (Klanzig), Rizerow, Russow, (Rützow) und Cerseburg (Karsbaum). Das Dorf Karsbaum ist nach sächsischer Sitte angelegt und wird, ebenso wie Clantzck (Klanzig), dieses im Besitz derer von Born, im Landbuch der Neumark als zum Lande Schivelbein zählend genannt. 1376 hat Herr von Bredirlo Klanzig zum Lehen. In der Gemarkung Karsbaum lag der etwa 1100 Hektar große königliche und später Staatsforst Klaushagen mit den Forsthäusern Klanzig und Gramzow. Karsbaum war ein wohlhabendes Bauerndorf.

1856 wurde die Kirche eingeweiht. 1884 zählte man vierzig Kolonisten und dreizehn Eigentümer. Klanzig hatte 1884 einen Pächter. 1925 waren 384 Einwohner in 72 Wohnhäusern mit 85 Haushaltungen und 1939 329 Einwohner ansässig.

Einwohnerverzeichnis und Ortsplan

Karsbaum war ein reines Bauerndorf mit sieben landwirtschaftlichen Betrieben über zwanzig Hektar. Die hügelige Landschaft, durchzogen von gepflegten Äckern, grünen Wiesen, Wald und Gewässer war damals bereits ein Erholungsgebiet. Die jahrhundertealten Flurnamen brachten die Urwüchsigkeit und die Bodenständigkeit der Einwohner besonders zum Ausdruck: Knopken-Berg, Schloß (mündlich) = kleines Gehöft, früher Rittergut, Hünenberg, Blocksberg, Fischerberg, Wallachsberg, Himmelsberg, Eichberg, Ewigkeit, Schieferberg, Radewiese, Driftenberg, Schwarze Kate, Birkenberg und Säuenstallsberg.

Das Handwerk war durch Schmiedemeister Hermann Fitzke und Schuhmachermeister Neske vertreten. Die Gastwirtschaft führte Wilhelm Griebenow, die Spar- und Darlehenskasse wurde von Rendant Erich Ott geleitet. Das Amt des Bürgermeisters verwaltete bis zur Verschleppung im März 1945 Herbert Dallmann, Ortsbauernführer war Paul Schenk. Pastor Wilhelm Rohde, Labenz, war für die Seelsorge zuständig und Lehrer Rudolf Alpermann unterrichtete die Kinder. Eine Gemeindeschwester war für mehrere Orte zuständig. Für die Jugend stand ein Jugendheim neben der Schule zur Verfügung. Vom Ortsverein wurde jeweils im Sommer und Winter ein Dorffest mit großer Beteiligung der Bevölkerung veranstaltet.

Die Kriegsjahre wurden im landwirtschaftlichen Bereich in gutem Einvernehmen zwischen der älteren Bevölkerung, den Landfrauen und den Fremdarbeitern bewältigt. Bei dem Einmarsch der Russen in den ersten Märztagen 1945 wurden die Treckwagen, die nicht mehr weiterkamen, auf den Straßen nahezu restlos zerstört. Im Walde wurde der letzte Munitionsvorrat von den deutschen Truppen gesprengt. Feindliche Flugzeuge griffen in die Kämpfe ein. Es glich einem Weltuntergang. Nach leidvollen Tagen wurde die im Ort noch verbliebene Bevölkerung ab Mitte März von den Russen verschleppt. Nur einzelne von ihnen kehrten krank und geschunden zurück. Die Vertreibung ab Herbst 1945 beendete die jahrhundertealte dörfliche Gemeinschaft.

Quelle:

Der Kreis Belgard

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Dieter Schimmelpfennig