Der Landkreis Belgard-Schivelbein in Pommern    

                                

Wartenstein / Przyrzecze

mit Langenhaken

Komtureidorf, zehn Kilometer südöstlich von Schivelbein, drei Kilometer südöstlich von Reinfeld; langgezogenes Bauerndorf; der Flusslauf der Rega als östliche Gemeindegrenze bildete bis zur Kreisreform im Jahre 1932 zugleich die Kreisgrenze von Belgard.

Bahnstation: Ziezeneff

Poststation: Wartenstein über Schivelbein

Meßtischblatt: Reinfeld 2261 und 2361

Aus der Geschichte:

Der Katen Wartenstein und das Vorwerk Langenhaken gehörten zur Johanniter-Ordenskomturei Schivelbein. Im Jahre 1807 wurde Canonicus von Briesen auf Klützkow in Wartenstein mit 1 1/2 Hufen zur Kontribution veranlagt. 1884 hatte Wartenstein 34 Kolonisten.

Langenhaken liegt etwa einen Kilometer westlich von Wartenstein. Obwohl es nicht im Tauschvertrag von 1540 aufgeführt ist, gehörte es später zur Johanniter-Ordenskomturei Schivelbein und wird als Vorwerk bezeichnet. 1807 wird Canonicus von Briesen auf Klützkow hier mit sechs Hufen zur Kontribution veranlagt. Im Jahre 1736 hatte Langenhaken vier Kossäten. 1891 wird Pretzell als Rittergutsbesitzer in Langenhaken genannt.

Einwohnerzahlen:

1925: 258 Einwohner in 51 Wohnhäusern mit 65 Haushaltungen

1939: 223 Einwohner in 64 Haushaltungen

Die Ländereien mit ihren leichten Böden und grünen Auen in den Niederungen der Rega und des Grandbaches wurden von fünf landwirtschaftlichen Betrieben mit einer Größe von zwanzig bis 44 Hektar bewirtschaftet.

Die überlieferten Flurnamen lauten: Seeberg (in der Nähe des Klanziger Forstes), Ziegenberg, Treppenberg (Nähe Karsbaum), Fichtberg, Weinberg, Grandberg, Wallberg, Grandbach, Hermannssoll, Klattenmoor, Teufelsdamm, Langes und Rundes Bruch, Birkensoll, Wolfswiese, Wehrplan, Eichknick und Kiefholz.

Einwohnerverzeichnis mit Ortsplan und Plan der Umgebung

An Amtsträgern ist nur noch Lehrer Willi Ziebell als Leiter der einklassigen Volksschule bekannt. Wartenstein war zu Reinfeld eingepfarrt.

Mit der Besetzung des Ortes durch russische Truppen Anfang März 1945 und der späteren Vertreibung endete die deutsche Geschichte der Gemeinde.

Quelle:

Der Kreis Belgard

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Dieter Schimmelpfennig