Podewils / Podwilcze

Mit Groß Reichow, Neuhof, Krampe und Ausbau Busch
Bis vor 200 Jahren noch das Vorwerk Soorenkrug ( später Friedrichsthal genannt )

Kirchdorf, Bauern- und Gutsdorf, Gemeindegebiet 2.714,6 ha groß; 1939: 607 Einwohner

Podewils liegt 14 km südwestlich von Belgard an der Straße Belgard – Schivelbein.

Gemeindevorsteher/Bürgermeister (in diesem Jahrhundert, in zeitlicher Folge): Theodor Müller, Hermann Thurow, Franz Müller, Wallrath von Braunschweig. Walter Naß, Max Dallmann

Schloß Podewils und Gruß aus Podewils
Amtsbezirk Rarfin; Polizeistation: Paul Bark; Standesamt Rarfin; Amtsgericht Belgard

Das Schloss 1986

Ev. Kirchengemeinde Rarfin mit Tochtergemeinde Podewils; Pastoren: von 1882 bis 1920 Franz Plaensdorf, von 1920 bis 1930 Gustav Rhode, von 1937 bis zur Vertreibung Günther-Gerhard Henning

Die Kirche 1930

Zweiklassige Volksschule; Schulleiter: zunächst Behling, dann Jahrzehnte Wilhelm Münchow; Zweite Lehrer: Rost, Fritz Steingräber, Willi Lietz, Schröder und Pongs.

Gutsbrennerei; Schmiede mit Wagenbau Walter Tonn; Lebensmittelgeschäfte Richard Naß und Marie Hintze, Bäckerei Paul Lehnhardt

Die Kirche 1986

Das Dorf Podewils ist das Stammhaus des bedeutenden Geschlechts derer von Podewils, die Podewils ein halbes Jahrtausend bis ins 19. Jh. bewirtschafteten. Kurz vor 1890 erwarb der Landwirt Max Hewald die Ländereien; er erweiterte das Podewilser Schloss, baute 1904 die Brennerei, das Rentamt und Wirtschaftsgebäude. Noch heute zeugen die Inschrift „M v. H“ von seinem Bauwillen. – Hewald wurde wegen seiner sozialen Verdienste in den Freiherrenstand erhoben: „Max von Hewald“.

Das ehemalige Rentamt

Der Gasthof von Richard Naß – bis 1919 mit Saal – war die Begegnungsstätte der Bevölkerung, auch für Veranstaltungen. Die Sommerfeste des Kyffhäuser- und Sportvereins fanden auf dem Schützen- und Sportplatz am nahen Walde statt, der Tanz in den Räumen des Gutes.

Eigentümer der Podewilser Bauernhöfe waren Max Dallmann, Herbert Busch, Franz Lehnhardt, Paul Lehnhardt, Fritz Molzahn, Franz Müller, Gerhard Ollermann, Elisabeth Staek und Herbert Thurow.

Die Gutsbrennerei

Gutsbetriebe waren Groß Reichow, Eigentümer Vollrath von Braunschweig, und Neuhof, Eigentümer von Brockhausen. Hervorzuheben ist die Wassermühle sowie ein Prachtbaum, nämlich eine Linde; sie soll schon vor 600 Jahren als „Gerichtsbaum“ gedient haben.

Die Fußballmannschaft

Hintere Reihe: Heinz Gülzow, Erich Ott, Walter Benwitz, Georg Manke, Werner Benz, Ernst Janke, Otto Minning
Mitte:Grippenkerl
Vordere Reihe: Walter Nitschke, Paul Fischer, Willi Schulz

Quellen: Der Kreis Belgard, S. 432 Belgard an der Persante, S. 658

Podewils 1655
Besitzer: Ewald v. Podewils
Einwohner: Jochim Gudtknecht, Schulze
Hanß Juneke
Daniel Erdtmann, Bauern, haben zusammen 5 1/4 Hufen
Hintzke,
Juneke, Kossäten

Podewils 1666
Besitzer: Obristleutnant Ewald v. Podewils, Christoph v. Podewils, Claus Hinrich v. Podewils Erben, Peter v. Podewils Erben

Quelle: Schulmann, Einwohnerverzeichnis von Hinterpommern, S. 134 – 135

Podewils 1867
Zu Podewils gehören 1867 das Vorwerk Friedrichsthal ( auch Soorenkrug genannt ), sowie die Hälfte der Neuen oder Zietlower Mühle.
Podewils hat 1 Schule, 28 Wohnhäuser, 35 Wirtschaftsgebäude und 358 Einwohner, davon 29 in Friedrichsthal.

Viehbestand: 50 Pferde, darunter 4 Luxuspferde, 148 Rinder, 1677 Schafe, 31 Schweine, 8 Ziegen und 46 Bienenstöcke.

Quelle: Berghaus, Landbuch des Herzogtums Kaschubien

Namensregister Standesamt Rarfin 1874 – 1887

Die Kelche aus der Rarfiner Kirche